Mehr Bewegung als man denkt: Immobilienmanagement im Kanton Zürich.

Geschäftsführer Johannes Reis begrüsste die Teilnehmer mit einem Bonmot eines ehemaligen Bundesrates: Freude herrscht! RiAG Raum für Gespräche ist auf gutem Wege sich als kleine – aber feine – Veranstaltungsreihe mit immobilienspezifischen Themen im Zürcher Oberland zu etablieren. Wieder zog es 40 Gäste am frühen Morgen auf den Juckerhof.

Soviel vorweg: Markus Brönnimann ist kein «typischer Beamter». Mit viel Esprit gab er spannende Einblicke in sein Amt, die Behörde und die neue Immobilienstrategie des Kantons.

Sein, momentan, wohl aufwendigstes Projekt stellt Markus Brönnimann gleich zu Beginn vor. Der Kantonsrat hat für die kantonale Verwaltung die Einführung eines Mietermodells durchgesetzt. Dabei werden die kantonalen Liegenschaften neu von einer zentralen Stelle (dem Immobilienamt) zur Verfügung gestellt, unterhalten und verwaltet.

Rendite stehen nicht im Mittelpunkt

Dass der Kanton einer anderen Logik folgt, als die Privatwirtschaft wird mit der Aussage «Rendite steht nicht im Mittelpunkt» schnell klar. Bei Gefängnissen, Schulen und Spitälern macht es, zugegebener Massen Sinn, den Nutzer ins Zentrum der Aufmerksamkeit zu rücken.

Ein Luxusproblem, welches wohl nur wenige kennen: 400 Mio. Franken jährlich sollten im Kanton Zürich verbaut werden. Bei einem Grossteil der Projekte handelt es sich um Erneuerungs- oder Instandsetzungsmassnahmen. Allerdings ist das Hochbauamt momentan gar nicht in der Lage so schnell, so viel parallel zu bauen, was wiederum Auswirkungen auf die private Bauwirtschaft hat.

Eigentum vor Miete, ein Stichwort aus der Immobilienstrategie des Kantons, dem viele Private zustimmen. Markus Brönnimann verdeutlichte anhand des Beispiels Überbauung Schellerstrasse in Wetzikon, dass es trotzdem manchmal Sinn macht, nur als Mieter aufzutreten. (Der Kanton hat die Flächen oberhalb des neuen Busdepots für ein Provisorium der Kantonsschule und der Gewerblichen Berufsschule gemietet.) Politisch ein harter Brocken mit den entsprechenden Schlagzeilen: „Es könne nicht sein, dass die Bildungsdirektion mit dem Mietzins den öffentlichen Verkehr finanziere …“

Dies und viele andere Beispiele zeigen: letztlich ist es vor allem ein politisches Amt. Der Spagat zwischen den Bedürfnissen und Wünschen der Kantonsräte, den einzelnen Regierungsdirektionen sowie den vielfältigen Nutzern ist enorm. Markus Brönnimann nimmt es mit Humor und Gelassenheit. Ihm hilft, dass er selbst Kantonsrat ist (Appenzell Ausserhoden), jahrelange Erfahrungen aus der Privatwirtschaft sowie der Verwaltung mitbringt und daher die Motivationen der einzelnen Akteure sehr gut nachvollziehen kann.

Am 3. April 2019 findet der nächste Anlass statt

Der zweite RiAG Raum für Gespräche Anlass war wieder ein voller Erfolg. Schon heute daher ein Ausblick auf unsere Frühstücksveranstaltung vom 3. April 2019. Dann begrüssen wir Marie Seiler, Direktorin und Leiterin Real Estate Advisory bei PWC Schweiz, als Referentin.

 

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